„Wir haben ja gedacht, dass die genetischen Programme uns steuern. … Manche haben sogar den Menschen als einen Container betrachtet, wo die egoistischen Gene dem dann sagen, was er zu tun hat.“

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Der Mensch- ein Computer?   Der Computer-

ein zukünftiger Mensch?

In 2001 the computer „Deep Blue“ almost bet chessmaster Gary Kasparov. Some people suggested that Deep Blue was a thinking computer, maybe even had a mind? David Gelernter wrote in Time Magazine, June 2001:

„No. Deep Blue is just a machine. It doesn’t have a mind any more than a flowerpot has a mind. (…) It is an intellectual milestone, and its chief meaning is this: that human beings are champion machine builders. (…) But when you think about it carefully, the idea that Deep Blue has a mind is absurd. How can an object that wants nothing, fears nothing, enjoys nothing, needs nothing and cares about nothing have a mind? It can win at chess, but not because it wants to. It isn’t happy when it wins or sad when it loses. What are its apres-match plans if it beats Kasparov? Is it hoping to take Deep Pink out for a night on the town? It doesn’t care about chess or anything else. It plays the game for the same reason a calculator adds or a toaster toasts: because it is a machine designed for that purpose.
(…)
Not so fast, someone might say. The human brain is a machine too. How can we dismiss Deep Blue as just a machine when we don’t dismiss the human brain as just a machine?
Because if your brain is just a machine, it’s a machine that can do one trick that computers have no hope of doing. A trick that is intrinsic to the machinery, that can’t be duplicated onto some other machine, stored on a disc, reworked by smart programmers or appropriated by Microsoft. Because of the stuff it is made of, or the way its parts are arranged, the brain is a machine that is capable of creating an „I.“ Brains can summon mental worlds into being, and computers can’t.

But might not scientists be able one day to build a machine in the laboratory with the same remarkable capacity? I doubt it. But if they do, that machine will be, chances are, an exact replica of the brain itself.
(…)
Simulating thought in general, as opposed to solving a particular, sharply defined problem, has proved considerably harder. One of the biggest obstacles has been technologists‘ naivete about the character of human thought, their tendency to confuse thinking with analytical problem solving. They forget that when you look out the window and let your mind wander, or fall asleep and dream, you are also thinking. They tend to overlook something that such mind-obsessed poets as Wordsworth and Coleridge understood two centuries ago: that thought is largely a process of stringing memories together, and that memories are often linked by emotion. No computer can achieve artificial thought without achieving artificial emotion too.
The more powerful your computer, the more sophisticated the behavior it can imitate. In the long run I doubt if there is any kind of human behavior computers can’t fake, any kind of performance they can’t put on. It is conceivable that one day, computers will be better than humans at nearly everything. I can imagine that a person might someday have a computer for a best friend. That will be sad–like having a dog for your best friend but even sadder.

Computers might one day be capable of expressing themselves in vivid prose or fluent poetry, but unfortunately they will still be computers and have nothing to say. The gap between human and surrogate is permanent and will never be closed. Machines will continue to make life easier, healthier, richer and more puzzling. And human beings will continue to care, ultimately, about the same things they always have: about themselves, about one another and, many of them, about God. On those terms, machines have never made a difference. And they never will.

See full article: www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1101970519-137690,00.html#ixzz0o29dzWyv

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DER MENSCH – EIN AFFE JENSEITS VON GUT UND BÖSE?

Nehmen wir einmal an, Menschen sind auch nichts anderes als Affen und damit ein (Säuge)Tier wie jedes andere. (1) Dann kann es für den Menschen keine Ethik, keine Moral, weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch geben. Wenn ein Kater sich mehrere Katzendamen sucht, dann ist er nicht untreu sondern tut, was für Katzen eben normal ist. Wenn ein Fuchs einem anderen das Futter wegfrißt, dann ist er auch kein Dieb sondern ein Fuchs. Und wenn –gehen wir in eine andere Klasse- ein Kuckuck sein Ei in das Nest eines anderen Vogels setzt, dann ist er kein Betrüger. Von Tieren kann ich kein ethisch gutes Verhalten verlangen, weil es für sie keine ethischen Normen gibt. (2) Es gibt keine 10 Gebote für Tiere (für sie gibt es nur die engen Grenzen des Verhaltens, das die eigene Art vorgibt).

Wer also sagt, der Mensch ist auch nur ein Affe, sagt damit, dass es für uns auch keine Ge- und Verbote geben kann. Es gibt dann höchstens NORMALES und NICHT NORMALES Verhalten. Mhm. Offensichtlich ist es doch nicht ganz so einfach. Denn, fragt man sich jetzt: was ist normales, was nicht normales Verhalten? Für Nomaden ist es ganz normal, ihren Wohnort häufig zu wechseln. Für manche ist es normal, Buben, für andere, Mädchen zu beschneiden. Hier ist es normal, in jeder Familie einen Mönch zu haben, dort ist es normal, vor und außerhalb einer Ehe Sex mit unterschiedlichen Partnern zu haben. Hier ist es normal, wenn Frauen und Männer getrennt essen, dort ist es normal, Insekten und Schlangen zu essen. Früher wurden anderswo Menschen geopfert, wieder woanders werden Menschen heute zur Strafe umgebracht. Hier, weil sie gemordet haben, dort, weil sie ihre Religion verlassen haben, wieder woanders, weil jemand pervers (Bedeutung regional unterschiedlich!) ist.

NUR weil der Mensch Gutes oder Böses zu tun imstande ist, kann er auch Leid über sich und andere bringen. Oder Gutes- je nachdem. Kein ANDERES TIER hätte die Macht, die Erde, das Klima, die Wirtschaft so nachhaltig kaputt zu machen wie der Mensch. Ebenso können auch nur Menschen Gutes tun: ein anderes Wesen pflegen, andere auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen, seinen Sitz in der Straßenbahn überlassen. (3) Es gibt nun mal keine tierische Mutter Theresa, keinen tierischen Gandhi, keinen tierischen Martin Luther King.

Nun wird oft behauptet, gut und böse sind relativ, es käme auf die Situation d´rauf an, auf das Auge des Betrachters etc. Das stimmt natürlich insofern als es etwas anderes ist, ob ein Mensch aus Hunger stiehlt oder aus Gier, ob der lügt um seinen Kopf zu retten oder um jemand anderen etwas anzuhängen.

Wer sagt, Gewaltanwendung ist relativ, hat vermutlich noch keine erlebt. Das ist eine sehr chauvinistische Einstellung, die sich meistens daraus speist, dass man kein Gut und kein Böse haben WILL. Man weiß aber relativ schnell, was böse ist, wenn einem jemand die Brieftasche klaut oder sein Kind verprügelt wird. (4)

Wir werden erkennen müssen, dass hier Entscheidungen zu treffen sind: Was IST z.B. normales Verhalten, und für welche Gruppe von Menschen gilt diese Entscheidung? Was ist akzeptables Verhalten, was ist gut und was böse? Und: WER entscheidet das alles? Sagt doch etwa die chinesische Regierung, dass die Menschenrechte (wie etwas das Recht auf freie Meinungsäußerung) etwas westliches und für China irrelevant seien.

Auf der Ebene des Staates wird dies durch Verfassung und Gesetze geregelt. Diese Regeln erhalten ihre Relevanz jedoch erst dadurch, ob und inwieweit sie für wen und von wem durchgesetzt sowie eingehalten werden: Halten sich jene, die Macht haben, an die Gesetze? Sie werden es tun, wenn sie die Regeln akzeptieren, quasi an sie GLAUBEN. (Oder Angst vor Konsequenzen haben.) Wenn sie den aufgestellten Normen die Macht verleihen, ihr Verhalten zu beeinflussen.

(1) (Die Wissenschaft fasst in der Ordnung der Primaten Affen, Halbaffen und Menschen in einer Gruppe zusammen und stellt sich damit quasi auf eine Stufe mit „anderen Tieren“. In der Unterklasse der Hominiden sind ausschließlich der Mensch und der Menschenaffe zu finden. (Dieser heißt auf Englisch nur ape- kein Mensch weit und breit…) Das Wort Hominidae bedeutet laut Meyers Taschenlexikon von 1987 übrigens „Familie der Herrentiere“.

(2) Wenn Sie sich über die Katze ärgern, die Ihre Goldfische auffrißt, dann werden Sie vielleicht denken, daß die Katze böse ist- sie ist es natürlich genausowenig wie ein Elefant, der die letzten Bäume einer Gegend ausreißt.

(3) Wenn Tiere etwas positives bewirken –etwa ein Blindenhund- so liegt das Verhalten in ihrer Art und sie haben sich nicht selbst dafür ENTSCHIEDEN. Ebensowenig kann ein Tier sich –gemessen anhand ethischer Normen- verbessern: Kinder lernen mit der Zeit, warum sie für andere aufstehen oder nicht lügen sollen. Eine biestiger Hund wird mit der Zeit vielleicht umgänglicher- das ist aber kein aktives Lernen sondern z.B. eine Sache des älter werdens…

(4) Die Beurteilung einer Situation wird im weiteren sehr wohl z.B. von der Lebenssituation des auslösenden Menschen abhängen- an den Konsequenzen der Tat ändert das aber rein gar nichts.

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ALLEINSTELLUNGSMERKMALE DES MENSCHEN

1. SPRACHE

Die Sprache des Menschen ist einzigartig- nicht so sehr im Kommunikativen, sondern

  • weil wir damit auch Vergangenes und Zukünftiges überlegen können (wozu es noch weitere kognitive Fähigkeiten braucht);
  • weil wir über die Sprache an sich nachdenken können
  • weil wir über Abstraktes reden und denken können (wir können sogar Utopisches denken: dorthin denken, wo es noch keinen Ort gibt. Kant sagt, wir machen uns mehr Gedanke über das, was nicht ist, als über die Empirie, und das nenen wir Transzendieren. „Wir können über Grenzen des Vorfindlichen hinübersteigen und in etwas hineindenken, was es gar nicht gibt.“ (RS)

(Angeregt von sowie Zitate aus dem Feature „Im politischen Verhalten spielen Emotionen eine große Rolle“ – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Ruth Wodak, Sprachsoziologin und Diskursforscherin (Erstausstrahlung am 28. März 2019 auf Radio Ö1)“) => zu hören in Österreich bis 27.08.2019, 16h

2. GATTUNGSGRENZE WEGDENKEN

Nur der Mensch hat die Möglichkeit, im Geist über die Gattungsgrenzen zu gehen und zu sagen „Ich wollt´ ich wär ein Huhn“.

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Gibt es Gott / den Menschen / überhaupt irgendetwas?

Was ist der Mensch? Nur ein Tier, oder doch mehr, und wer sagt das und warum? Und was bedeutet das?

Haben wir einen freien Willen? Viele Hirnforscher verneinen das- aber wie kann eine Justiz funktionieren, wenn der Mensch nicht frei ist ist in seinem Tun? Wie kann man ihn dann verurteilen für etwas, das er getan hat, wenn er doch nicht anders konnte?

Sind wir nur unser Gehirn, ein Produkt biologisch-chemischer Abläufe, oder eine virtuelle Phantasie? Hat der Mensch eine Seele und was ist sie?

Gibt es eine Realität, die wir erkennen können, was können wir wissen?

Und wie ist das mit der Moral?

Ist Gott nur eine Einbildung, etwas, wovon wir wollen, dass es wahr ist (oder auf keinen Fall wahr ist)?

Manche Wissenschaftler sagen, dass bewiesen ist, dass es Gott nicht gibt. Andere Wissenschaftler glauben an Gott oder meinen, dass die Wissenschaft darüber nichts sagen kann. Was also kann Wissenschaft: kann sie alles erklären, was es gibt, und korrekt deuten- hat sie Gott begraben?

Die Hirnforschung behauptet bewiesen zu haben, dass der Mensch keinen freien Willen hat, dass er nur eine Reiz-Reaktions-Maschine ist. Wer sich damit beschäftigt, findet sehr schnell auch Wissenschaftler mit einer anderen Haltung und einem offensichtlich anderen Menschenbild.

ψ

nur eigenes (er)leben macht lebensfähig

„Erst kommt das Bewegen, dann das Denken. (…) Ich habe als Kind gelernt, auf Bäume zu klettern. Wenn man das nicht lernt, wenn man nur denken lernt, wird man niemals auf einem Baum bis ganz zur Spitze klettern können- weil man es nicht gelernt hat.

Man muß die Erfahrung selber machen: was passiert, wenn- auch im Gefühlsbereich.“

Prof. Gunther Moll ist Kinderpsychiater an der Universitätsklinik Erlangen. Hier leitet er seit über zehn Jahren die Kinder- und Jugendabteilung für psychische Gesundheit.

Erschütterung des Menschenbildes? Prof. Dr. Godehard Brüntrup zum Thema 10 Jahre Manifest der Hirnforscher